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Eisenberg ein traditionsreiches Motorsportzentrum – in memorandum Kurt Baum

Die Geschichte des Eisenberger Motorsports geht weit zurück. Alles fing einmal mit der Autofabrik Peter & Moritz an. Diese war von 1918-22 in Eisenberg ansässig. Danach zog sie nach Naumburg um und ging dort 1926 in Konkurs. Christoph Willi Gehring technischer Direktor der Firma meldete schon 1920 das Patent für einen Volkswagen an. Begonnen hatte alles in der Amtschreibersmühle. Diese gehörte zu dieser Zeit dem Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald. Mit ihm tauschte sich Gehring über Metalleigenschaften und Verschleißverhalten an Maschinen aus. Außer Pkw’s fertigte die kleine Eisenberger Autofabrik auch LKW’s und Rennwagen. Diese nahmen u.a. am Naumburger Bergrennen und dem Autorennen auf der Berliner Rennbahn teil. In diese Zeit fallen auch, zwei nachgewiesene Veranstaltungen des Motorrad- Clubs Eisenberg. 1926 organisierte dieser eine Zuverlässigkeitsfahrt von Eisenberg über Gösen- Schkölen- Aue- Prießnitz- Leislau- Camburg- Jena- Bürgel –nach Eisenberg zurück. Man fuhr 3 Runden mit einer vorgeschriebenen Geschwindigkeit von 30 – 40 kmh. Ein Jahr später am 29. Mai organisierte der Verein ein Motorradrennen. Vom Waldkrankenhaus über Bad Klosterlausnitz- Trotz- zurück nach Saasa. Gefahren wurden 5-7 Runden, die Zeitung von damals berichtet von 8- 10.000 Besuchern. Kurt Baum aus Hainspitz war 1927 17 Jahre alt. Er wurde am 06.02.1910 geboren. Es ist anzunehmen, dass auch er in Hainspitz an der Rennstrecke stand und hier seine spätere Karriere als Rennfahrer begann. Aus einem Brief von Hubert Schmidt Gigo, einen treuen Freund der Familie auch die Stimme des Sachsenrings genannt, Rundfunkreporter, Fernsehmoderator und selbst Testfahrer geht hervor, das Kurt Baum schon als Junge sein erstes Flugzeug baute. Mit ihm flog er einige 100 Meter und stürzte dann ab. Weiterhin beschreibt er ihn als vielseitigen Autodidakten. Motor- Tuning, ergodynamische Versuche im selbst gebauten Windkanal, Bau von Karosserien für Rennwagen und Rennfahrer zu Wasser und zu Lande waren nur ein Teil seiner technischen Begabungen. Als einziger Privatfahrer in der DDR wurde er 1949 auf der Rekordstrecke Dessau und dem Sachsenring DDR- Meister. Später fuhr er auf dem Wasser Weltrekorde und nahm an europäischen Meisterschaften teil. Als Erfinder baute er eine staubfrei funktionierende Auto- Lackieranlage oder ein Trabant- Montier- Wartungskarussell. Auch in der Film- und Tontechnik brachte er Erfindungen auf den Markt. Der Künstler Kurt Baum drehte Filme (u.a. die Filme über die 700 Jahrfeier in Eisenberg), stellte für den Kunstmarkt Wandteller her, zeichnete, goss in Zinn und Bronze u.v.m. ( Author: Jörg Petermann )

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